Aktionswoche 2026
Brand und technische Rettung an einer Biogasanlage
An der Biogasanlage in Buchloe erwartete die beteiligten Feuerwehren ein komplexes Szenario mit mehreren Einsatzschwerpunkten. Gemeinsam mit den Feuerwehren aus Dillishausen, Lindenberg, Lamerdingen und Honsolgen übte die Feuerwehr Buchloe die Rettung einer unter einer Hubarbeitsbühne im Bereich eines Fermenters eingeklemmten Person. Dabei mussten mögliche Restgase berücksichtigt und die notwendigen Maßnahmen unter Atemschutz sowie Gasmessungen durchgeführt werden.
Zusätzlich wurde ein Brand im Maschinenraum angenommen. Neben der Brandbekämpfung galt es, eine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Bereiche zu verhindern. Auch die Wasserversorgung stellte eine besondere Herausforderung dar: Diese wurde über eine längere Schlauchstrecke von der Gennach sichergestellt. Die Übung zeigte, wie wichtig eine abgestimmte Vorgehensweise bei technischen Anlagen mit besonderen Gefahrenpotenzialen ist.
Gefahrstoffaustritt bei der MVO in Rückholz
Bei der Übung im Betrieb der Milchverarbeitung Rückholz stand der Austritt von Ammoniak (NH₃) im Mittelpunkt. Als Ausgangslage wurde angenommen, dass ein Gabelstapler eine Kälteleitung beschädigt hatte. Gleichzeitig war eine Person unter dem Fahrzeug eingeklemmt.
Die beteiligten Feuerwehren mussten die Gefahrenlage beurteilen, den Gefahrenbereich absichern und die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Einsatzkräfte und weiterer Personen einleiten. Mithilfe einer Nebelmaschine wurde der Stoffaustritt simuliert. Zu den Übungsschwerpunkten gehörten die technische Rettung der eingeklemmten Person, das Betätigen der Not-Aus-Einrichtung sowie der Aufbau eines Wasserschleiers unter Einbeziehung eines Löschwasserbehälters.
Die rund einstündige Übung verdeutlichte die besonderen Anforderungen bei Gefahrstofflagen. Neben der Menschenrettung sind eine sorgfältige Erkundung, die Absicherung des Gefahrenbereichs und das koordinierte Vorgehen aller beteiligten Kräfte entscheidend.
Großübung am Sägewerk in Görisried
Auf dem Gelände der Weihele Holz GmbH in Görisried fand die Abschnittsübung im Inspektionsbereich Mitte statt. Rund 82 Einsatzkräfte der Feuerwehren Görisried, Schwarzenberg, Unterthingau, Oberthingau und Marktoberdorf waren beteiligt.
Angenommen wurde ein Feuer bei Schweißarbeiten in einer Werkstatt, das durch Funkenflug auf eine Hobelhalle übergegriffen hatte. Zudem galten vier Personen als vermisst. Eine starke Windlage erschwerte die Situation zusätzlich und erforderte besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich einer möglichen Brandausbreitung.
Um die umfangreiche Lage strukturiert abzuarbeiten, wurde der Einsatz in mehrere Abschnitte gegliedert. Neben der Brandbekämpfung und Menschenrettung musste eine Wasserversorgung aus dem Waldbach aufgebaut werden. Eine weitere Einsatzaufgabe bestand darin, durch eine Riegelstellung das Sägewerk und die Holzlager vor den Flammen zu schützen.
Unterstützung erhielt die Einsatzleitung durch die Drohne der Feuerwehr Görisried, während die Feuerwehr Unterthingau die Führungsunterstützung übernahm. Damit wurden auch die Bedeutung einer strukturierten Einsatzleitung und der Einsatz moderner Erkundungsmittel in die Übung eingebunden.
Gemeinsam üben, gemeinsam helfen
Die drei Übungen machten deutlich, wie vielfältig die Anforderungen an die Feuerwehren sind. Ob Brandbekämpfung in einem holzverarbeitenden Betrieb, technische Rettung unter schwierigen Bedingungen oder der Umgang mit gefährlichen Stoffen – jede Einsatzlage verlangt eine sorgfältige Erkundung, klare Kommunikation und ein abgestimmtes Vorgehen.
Die Feuerwehraktionswoche bietet eine wichtige Gelegenheit, die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren zu stärken, bestehende Abläufe zu überprüfen und die Einsatzkräfte auf unterschiedliche Herausforderungen vorzubereiten. Gleichzeitig wird sichtbar, wie viele Menschen sich ehrenamtlich engagieren, um im Ernstfall schnell und professionell helfen zu können.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Feuerwehren und Einsatzkräften sowie den Verantwortlichen der Betriebe, die ihre Anlagen und Betriebsgelände für die Übungen zur Verfügung gestellt haben. Ihr Beitrag ermöglicht eine praxisnahe Ausbildung und stärkt die Sicherheit der Menschen in unserer Heimat.
Viele Gesichter, eine Heimat – gemeinsam für die Sicherheit im Ostallgäu.