Erfahrungsbericht eines Feuerwehrkameraden in Tansania
Liebe Kameradinnen und Kameraden,
als Ostallgäuer Feuerwehrmann in Tansania möchte ich euch einen kleinen Überblick über meine Arbeit hier geben.
Ich bin hier im Rahmen eines einjährigen weltwärts - Freiwilligendienstes als Ausbilder für die erste Freiwillige Feuerwehr nicht nur Tansanias, sondern ganz Ost- und vermutlich Zentralafrikas tätig.
Die Feuerwehr entsteht in einem Internat, in dem ehemalige Straßen- und Waisenkinder eine Berufsausbildung zum Tischler oder Schneider absolvieren oder in einer Entertainment - Klasse den Umgang mit Unterhaltungselektronik und Musikinstrumenten lernen. Nach ihrer regulären Schulzeit treffen sie sich in 5 Gruppen jeweils einmal wöchentlich für 2 Stunden zu einer Feuerwehrübung.
Uns stehen hierfür ein 1976er LF16 der Hamburger Werksfeuerwehr Aurubis sowie ein 1994er HLF der BF Hamburg zur Verfügung.
Die Ausbildung erstreckt sich vom Brandschutz über die Technische Hilfeleistung bis hin zur medizinischen Erstversorgung - jeweils stark an die tansansichen Gegebenheiten angepasst.
Im Verlauf der nächsten Monate ist nun die Herstellung der Einsatzbereitschaft mit mindestens einem Fahrzeug für die Stadtteile Bunju, Boko und Tegeta angesetzt.
Das derzeitige Problem der Stadt Dar es Salaam : Staatliche Feuerwehrkräfte gibt es nur auf einer Wache, die somit für 4 Millionen Menschen alleine zuständig ist - der Rest wird durch private Unternehmen abgedeckt, die horrende Summen für ihre Dienste verlangen und ohne Vertrag auch nicht löschen.
Dem soll hier entgegengesteuert werden, zeitgleich soll den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung geboten werden und ihnen soll ein zweites berufliches Standbein geboten werden.
Ich habe meinen Dienst nun im August 2011 angetreten und werde am 30.08.2012 meinen Rückflug und anschließend die Rückreise nach Unterthingau antreten.
Näheres zur Arbeit gibt' s unter www.zimamoto.de
Mit kameradschaftlichen Grüßen aus Tanzania,
Christopher Schulz
(FF Unterthingau)
Ausbildungsjahr 2011
Liebe Kameradinnen und Kameraden im Allgäu,
für mich ist hier ein großer Paukenschlag gewesen - am 18.11.2011 haben über 40 Schüler das Dogodogo-Center verlassen, darunter gut zwei Dutzend gute Feuerwehrschüler. Damit endete für mich auch das Arbeitsjahr 2011 - wenigstens bezüglich der Feuerwehr-Ausbildung am Center.
In meinem "Urlaub" stehen zwar einige Bauarbeiten am Feuerwehrhaus an, im Großen und Ganzen aber konnte die Vorführung meiner Jungs bei der Graduation mich auf jeden Fall davon überzeugen : Die Arbeit hier trägt Früchte. Am Graduation Day haben nur Schüler des ersten Jahres - Schüler, die also erst 8 Monate Feuerwehr-Ausbildung hinter sich haben - eine Vorführung eines Löschangriffs mit Personenrettung mit zwei Löschfahrzeugen gezeigt - und dabei voll und ganz überzeugt.
Ich freue mich inzwischen auf neue Schüler und bis dahin auf eine ruhige und erholsame Weihnachtszeit - auch wenn bei Sonne, Palmen und Mangos nicht so wirklich Stimmung aufkommen will.
Auf diesem Wege möchte ich euch allen aber eine ruhige Weihnachtszeit wünschen, die ihr hoffentlich zu Hause bei euren Familien verbringen könnt, ohne größere Einsätze, und einen genauso ruhigen Start in ein neues Jahr.
Mit besten Grüßen aus dem immer noch sonnigen Dar es Salaam,
Christopher Schulz

